Jens Spahns Atomenergie-Debatte ist eine ökonomische Geisterfahrt
Kaum klettert der Ölpreis aufgrund der Krise am Golf und der Sperrung der Straße von Hormus auf Rekordwerte, kriecht ein politischer Wiedergänger aus der Mottenkiste der Energiegeschichte: Die Atomkraft. Unions-Fraktionschef Jens Spahn fordert im April 2026 allen Ernstes eine Debatte über den Wiedereinstieg. Haben wir denn gar nichts gelernt? Wer heute noch von neuen Atommeilern träumt – ob große, die man „reaktiviert“, oder die jüngst gehypten „SMR“ – hat entweder die Grundrechenarten vergessen oder ignoriert bewusst die ökonomischen Realitäten. Hier ist der Faktencheck zur nuklearen Sackgasse. 1. Die Kostenlüge: Atomstrom ist der teuerste Strom der Welt Jens Spahn verkauft die Atomkraft als Lösung gegen hohe Strompreise. Die harten Zahlen…
Die Gas-Falle: Wie die Regierung Merz die Energiewende ausbremst
Es ist sozusagen amtlich: Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz hat sich mit der EU-Kommission auf die Eckpunkte der neuen Kraftwerksstrategie geeinigt. Doch was als „Sicherung der Versorgung“ verkauft wird, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Mogelpackung und vor allem als ein milliardenschweres Geschenk an die fossile Lobby und noch viel schlimmer ein massiver Rückschritt für den Klimaschutz. 12 Gigawatt – Ein alter Hut in neuer (fossiler) Verpackung Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist mit großen Versprechen angetreten, die Kapazitäten massiv auszubauen. Deutlich massiver als überhaupt nötig und das ist ihr auf die Füße gefallen. Denn am Ende stehen nun 12,5 Gigawatt Gaskraftwerke zur Ausschreibung – exakt die Größenordnung, die bereits unter Robert Habeck…
Fataler Tritt auf die Bremse bei Erneuerbaren
Erneuerbare ausbremsen? Ob Bundeskanzler Friedrich Merz oder Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, beide wollen den Ausbau der erneuerbaren Energien – als Photovoltaik und Windkraft – in Deutschland verlangsamen. Doch ein verlangsamter Ausbau der erneuerbaren Energien wäre für Deutschland und Europa nicht nur klimapolitisch, sondern auch ökonomisch ein kapitaler Fehler – genau das belegen aktuelle Energiesystemstudien sehr deutlich. Wer jetzt „vom Gas geht“, verteuert Energie, verlängert die Abhängigkeit von Öl und Gas und gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland. Warum Tempo bei Erneuerbaren tatsächlich Geld spart Kurs von Merz und Reiche: Politischer Denkfehler Kurzfristige versus langfristige Kosten Versorgungssicherheit: Erzählung versus Fakten Sträflich unterschätzter Strombedarf und Elektrifizierung Versteckte Bremse: Fördereinschnitte statt offener Stopp Klimaziele, Strafzahlungen…
Abkehr vom Verbrenner-Aus – eine fatale Fehlentscheidung
Das Narrativ von Technologieneutralität und wirtschaftlichem Erfolg durch die Aufweichung des Verbrenner-Aus ist in mehreren zentralen Punkten falsch und wird durch zahlreiche Fakten und Studien als das entlarvt was es ist: eine fatale und sträfliche Fehlentscheidung einer rückwärtsgewandten Regierung: 1. Klimaziele durch Verbrenner-Aus konkret gefährdet – nicht bewahrt Die Aussage z.B. von EVP-Vorsitzendem Manfred Weber behauptet, man verbinde durch diese „Technologieoffenheit“ Klimaschutz mit wirtschaftlichem Erfolg. Das Gegenteil ist faktisch der Fall. Die Reduktion von 100 auf 90 Prozent CO₂-Einsparung bis oder eher ab 2035 verzögert die notwendige Dekarbonisierung erheblich. Die Ariadne-Analyse der Helmholtz-Gemeinschaft zeigt klar: Ein Verbrenner-Verbot ab 2035 allein – und nun ist es noch schwächer – bringt…
Entweder Klimaschutz und Energiewende oder Wirtschaftswachstum? FALSCH!
Die politische Parole „Klimaschutz und Energiewende oder Wirtschaftswachstum“ gehört zu den beliebtesten Argumenten vor allem konservativer Kräfte in der deutschen Politik. Die vermeintliche Botschaft ist klar: Wer Klimaschutz und Energiewende will, muss auf Wohlstand verzichten. Wer die Wirtschaft stärken will, muss beim Klimaschutz Abstriche machen und die Energiewende verlangsamen. Die Debatte um das „Verbrennerverbot“ ist nur eine Auswirkung dieser politische Lüge. Diese Gegenüberstellung, dieses Ausspielen von Klimaschutz und Energiewende einerseits gegen die Wirtschaft andererseits ist nicht nur falsch – sie ist dumm, fahrlässig und gefährlich. Denn die Fakten sprechen eine völlig andere Sprache: Klimaschutz und Energiewende sind keine Bremsen, sondern Motoren für wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand. Die wissenschaftliche…
Energiewende ist Jobmotor für Deutschland
Die Energiewende ist mehr als Klimaschutz – sie ist sorgt für Arbeitsplätze, Beschäftigung und regionale Wertschöpfung in Deutschland. Während politische Diskussionen oft auf die Kosten fokussieren, zeigt die Realität ein anderes und vor allem ökonomisch sinnvolles Bild: Der Umbau unseres Energiesystems schafft Hunderttausende Jobs und hält die Wertschöpfung im Land. Das Paradebeispiel ist die Photovoltaik, wo der Großteil der Wertschöpfung in deutschen Handwerksbetrieben verbleibt – nicht in China. Photovoltaik: Wo die wahre Wertschöpfung stattfindet Bei Photovoltaikanlagen denken viele zuerst an chinesische Modulhersteller, denn von diesen kommt der größte Teil an PV-Modulen, die hierzulande verbaut werden. Doch diese Sichtweise greift deutlich zu kurz. Eine detaillierte Analyse der Kostenstruktur zeigt: Die PV-Module…
Gaskraftwerkspläne von Katherina Reiche unter Beschuss
Das Energiewende-Unternehmen 1KOMMA5° legt bei der EU offiziell Beschwerde gegen die von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche geplanten Subventionen für neue Gaskraftwerke ein. Die Bundesregierung plant, bis 2030 mindestens 20 GW neue Gaskraftwerke als Reservekapazitäten durch milliardenschwere Subventionen zu errichten und zu betreiben. 1KOMMA5° sieht darin einen klaren Verstoß gegen EU-Beihilferecht und hat deshalb offiziell Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingelegt. Kritikpunkte von 1KOMMA5°: Konkrete Forderungen: Stimme aus dem Unternehmen: CEO Philipp Schröder betont, dass gebündelte dezentrale Systeme, wie virtuelle Kraftwerke von 1KOMMA5°, bereits heute Versorgungssicherheit deutlich günstiger und umweltfreundlicher sicherstellen können. Die Kraftwerksstrategie dürfe nicht „alte Strukturen zementieren“, sondern müsse Innovationen und saubere, bezahlbare Lösungen fördern. Hintergrund: 1KOMMA5° ist ein…
Energiewende am Scheideweg – biegen wir falsch ab?
Katherina Reiche hat im Bundestag am 10. Oktober eine Rede gehalten. Thema war das Gesetz für einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten für das Jahr 2026. Hier die gesamte Rede zunächst im Wortlaut als Video und Text, wie sie in der Pressemitteilung kommuniziert wurde: Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Vorgestern habe ich die Herbstprojektion der Bundesregierung vorgestellt. Wir erwarten in diesem Jahr ein kleines Wachstum von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im nächsten Jahr erwarten wir 1,3 Prozent und 2027 1,4 Prozent Wachstum. „Alles in Butter, es geht doch nach vorne, das Wachstum kommt“, könnte der eine oder andere sagen. Ich sage: Vorsicht an der Bahnsteigkante! – Denn die erwarteten…
„Der Klima-Sozialismus muss weg…“
Klima-Realitätscheck: Eine faktenbasierte Gegenrede zum populistischen „Klima-Sozialismus-Kommentar“ der Bild-Chefin Marion Horn. Marion Horns jüngster BILD-Kommentar über den vermeintlichen „Klima-Sozialismus“ stellt eine bedenkliche Verzerrung wissenschaftlicher Fakten dar und missachtet die dramatische Realität der Klimakrise. Während Horn mit dem von der gesichert rechtsextremen AfD regelmäßig genutzten Kampfbegriff „Klima-Sozialismus“ vor allem rechte populistische Narrative bedient, zeigen aktuelle wissenschaftliche Daten ein völlig anderes Bild: Die Welt steht am Rande des klimatischen Kollapses, und nur schnelles, entschlossenes Handeln kann die Katastrophe noch abwenden. Die erschreckende Realität der Klimadaten 2024 Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache: 2024 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen[1][2][3]. Mit einer globalen Durchschnittstemperatur von 1,55°C über dem vorindustriellen Niveau…
Deutschland auf dem (Irr-) Weg zum Fusionskraftwerk?
Treibt die Bundesregierung jetzt die nächste energie-politische Sau durchs Dorf? Oder ist das Thema Fusionskraftwerk realistisch? Perspektiven, Herausforderungen und politische Einschätzungen Die Ankündigung der Bundesregierung, unter Kanzler Friedrich Merz das weltweit erste Fusionskraftwerk in Deutschland zu errichten, sorgt für Aufmerksamkeit. Doch bei genauer Betrachtung offenbaren sich massive technische, wirtschaftliche und strategische Hürden. Die Aussicht auf schnelle Marktreife bleibt ein politisches Wunschdenken, das sich mit den Realitäten der internationalen Fusionsforschung und den Energieerfordernissen der nächsten Jahrzehnte kaum vereinbaren lässt. Und eines lässt sich mit absoluter Sicherheit sagen: Sollte es jemals einen marktreifen und einsatzfähigen Fusionsreaktor geben, dann wird dieser garantiert nicht von einem Bundeskanzler namens Friedrich Merz eingeweiht. Die Regierungsankündigung:…