Ich fahre ab sofort elektrisch. (Foto: Andreas Lerg)
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Klimaschutz und Energiewende beginnen mit persönlichen Entscheidungen

Klimaschutz und Energiewende sind große gesellschaftliche Aufgaben, doch ihr Erfolg hängt maßgeblich von unseren ganz persönlichen Entscheidungen ab. Jeder Schritt, den wir gehen, zählt – und je mehr Menschen diese Schritte gehen, um so mehr kann man ausgleichen, was die Politik aktuell nicht auf die Reihe bekommt … oder ganz aktuell willentlich hintertreibt. Die aktuellen Entscheidungen der Wirtschaftsministerin, die nicht umsonst den Spitznamen „Gas-Kathi“ trägt, zeigen, dass wir Bürger das Thema selbst angehen müssen, wenn eine Politikerin so offenslichtlich das falscher tut.

Mein Klimajahr 2025: Schritt für Schritt zur eigenen Energiewende

2025 war für mich ein Jahr genau solcher Entscheidungen für meine persönliche Energiewende. Ich wollte meinen Beitrag zum Klimaschutz leisten, ohne mich nur auf die Entscheidungen von Politik oder Wirtschaft zu verlassen? Welche Möglichkeiten habe ich, nachhaltiger zu leben und dabei auch selbst davon zu profitieren?

Schritt 1: Energiewende mit Photovoltaik auf dem Dach

Die erste Antworten war eine eigene Photovoltaik-Anlage. Am 31. Juli war es endlich so weit: Die auf meinem Dach installierte Photovoltaikanlage wurde in Betrieb genommen. Sie ist das erste wichtige Element meiner persönlichen Energiewende. Der erzeugte Solarstrom landet nicht nur tagsüber im häuslichen Stromnetz, sondern steht dank eines Batteriespeichers im Keller auch für später zur Verfügung – etwa für die Nacht oder trübe Tage.

Im ersten Halbjahr 2025 stammten laut Berechnungen rund 57 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen – ein historischer Höchststand, im Juni waren es sogar 73 Prozent. Die Tendenz zeigt klar nach oben: Bis 2030 sollen 80 Prozent erreicht werden.adac+2

Schritt 2: Energiewende durch Umstieg auf das Elektroauto

Am 19. September folgte der nächste Schritt: Mein erstes Elektroauto, ein VW ID.7 Pro Tourer, zog bei mir ein. Während Friedrich Merz bei der unsäglichen Debatte über das Verbrennerverbot davor warnt, sich auf Technologie zu versteifen, von der man nicht wisse „ob sie dann marktreif“ sei, kann ich nur folgendes sagen: Dieses Auto ist, wie jedes andere Elektroauto deutscher und anderer Hersteller absolut marktreif! Die dümmliche Diskussionen um vermeintlich unausgereifte E-Autos kann ich nach eigenen Erfahrungen nicht nachvollziehen – im Gegenteil, technischer Komfort und Fahrfreude sind genauso gegeben wie beim Verbrenner.

Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.

Die echten Kosten: 100 Kilometer elektrisch vs. Verbrenner – ein Praxis-Check

Natürlich profitiert nicht nur das Klima und die Energiewende von diesem Umstieg auf Photovoltaik und Elektroauto. Wenn man als Bürger da nur draufzahlen würde, würde es sich nicht rechnen und lohnen. Aber es rechnet und lohnt sich. Nicht nur, dass man zuhause seine Stromkosten deutlich senken und CO₂-neutral Strom produzieren kann. Auch das Elektrolauto rechnet sich, denn im Alltag zählt vor allem eins: die Kosten fürs Fahren. Ich habe es mal genau ausgerechnet:

  • Mit meinem dynamischen Stromtarif habe ich in der Nacht vom 26. auf den 27. September zu einem Preis von 29 Cent pro kWh das Auto an meiner Wallbox geladen. Der Wagen hat zu dem Zeitpunkt einen Durchschnittsverbrauch von 18,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer ausgewiesen. Damit liegen die Kosten für 100 km bei rund 5,20 Euro Stromkosten.
  • Am 27. September, als ich das Video unten aufgenommen habe, lag der dynamische Strompreis sogar nur bei 23 Cent. Hätte ich also zu diesem Zeitpunkt geladen hätten 100 Kilometer deutlich unter 5 Euro gekostet.
  • Wenn ich ohne fest geplante Abfahrtzeit genug Zeit habe und das Auto ausschließlich mit dem solaren Überschussstrom von meiner PV-Anlage lade, sind dann kostet die Kilowattstunde quasi nichts, wenn man die Investition in die PV-Anlage selbst außer Acht lässt. Sprich, 100 Kilometer kosten dann 0,0 Euro.

Zum Vergleich: Der Ford Kuga, den ich vor dem IF.7 gefahren habe, verbrauchte als Verbrenner auf 100 km etwa 7,2 Liter Benzin verbraucht. Bei dem am 27. September ermittelten Durchschnittspreis von 1,68 Euro pro Liter macht das 12,10 Euro pro 100 km.

Wenn ich unterwegs an einem Schnellladestandort lade, habe ich durch das Abo einer Ladekarte – ich Nutze WeCharge von Volkwsagen – vor allem an den Ladesäulen von Ionity einen sehr guten Schnellladetarif von 0,39 Cent ohne weitere Kosten wie Grundgebühr etc. Damit belaufen sich die 100 Kliometer dann 7,05 Euro, was immer noch deutlich unter den Kosten ist, die der Verbrenner auf 100 Kilometern verursacht. auf ONITY

Fazit: Der ID.7 fährt über den Daumen gepeilt für weniger als die Hälfte der Kosten, die ein (mein letzter) Benziner verursacht! Dazu hat auch der ADAC einen lesenswerten Artikel geschrieben: adac+1

Reichweite und Praxisalltag: Mehr als genug für die meisten Strecken

Reichweite

Eines der Lieblingsargumente der Energiewende- und Elektroautohasser ist die angeblich ach so geringe Reichweite der E-Autos. Ja, die Reichweite ist – noch – niedriger, als die von Benzinern und Dieseln. Aber ist das dramatisch? Fahren wir alle täglich ununterbrochen Langstrecke? Ich nicht. Üblicherweise fahre ich morgens circa 25 Kilometer auf die Arbeit und Abends wieder heim. Und dann vielleicht noch wenige Kilometer lokal. Mit einer Akkuladung von 80% komme ich gut 410 km weit. Für längere Strecken, wie den geplanten Dänemark-Trip im November, lädt man den Akku dann eben jeweils zu 100% voll. Dann sollte ich realistisch gute 500 Kilometer weit kommen. Damit reicht eine Akkuladung circa für die halbe Strecke von mir zu Hause in Oppenheim nach Nordjütland, wo ich oft Urlaub mache. Von hier zu Hause aus an die Ostseite des Limfjords in Dänemark sind es circa 980 Kilometer. Das Navigationssystem des ID.7 berücksichtigt bei der Routenplanung immer den aktuellen Ladestand und alle verfügbaren Ladepunkte auf der geplanten Strecke und plant sinnvolle Ladestops mit ein. Und wenn unterwegs an den Parametern etwas ändert – ob schnelle und damit „unsparsame“ Fahrweise, Stau oder Umleitungen – wird die Ladeplanung angepasst.

Ladeinfrastruktur

Das zweite Lieblingsargument der Energiewende- und Elektroautohasser ist ja, dass es angeblich viel zu wenig Ladestellen für Elektroautos gäbe. Das ist Blödsinn!! Das Navigationssystem in meinem Auto zeigt auf der Karte überall unzählige Ladestellen an, auch im ländlichen Raum. Das Argument fehlender Ladeinfrastruktur kann ich ebenfalls eindeutig widerlegen. Aber schauen wir auch da mal genauer hin.

Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Sprung gemacht. Zum 1. Juni 2025 waren deutschlandweit laut Bundesnetzagentur über 169.000 öffentliche Ladepunkte in Betrieb, davon rund 39.600 Schnellladepunkte – ein Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein klares Zeichen für die Dynamik des Marktes. Auch die Gesamtleistung erreicht mit über 6,6 Gigawatt ein neues Hoch, was vor allem der zunehmenden Zahl leistungsstarker Schnelllader entlang von Autobahnen und in Städten zu verdanken ist.

Regional gibt es zwar noch Unterschiede, doch das Netz wächst flächendeckend: Im Durchschnitt findet man derzeit alle 30 bis 45 Kilometer eine potente Schnelllademöglichkeit entlang der deutschen Autobahnen. Das von der Bundesregierung vorangetriebene „Deutschlandnetz“ sorgt dafür, dass auch ländliche Regionen und Durchgangsstraßen konsequent erschlossen werden. Die Zahl der Schnellladepunkte ist allein in den letzten zwei Jahren um 240 Prozent gestiegen.

Europaweit wurde Anfang 2025 ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte hat die 1-Million-Marke überschritten, mit durchschnittlich 7,2 Ladepunkten pro 1.000 Fahrzeuge auf den Straßen. Insbesondere Skandinavien (Norwegen: 46 Ladenpunkte pro 1.000 Fahrzeuge) und die Niederlande zählen zu den europäischen Vorreitern, während Südeuropa noch Nachholbedarf hat.

Die Prognosen gehen weiter nach oben: Allein für Deutschland wird bis 2030 ein Bedarf von mindestens 1 Million öffentlichen Ladepunkten erwartet. Mit dem Ausbau steigt auch die Flexibilität für E-Autofahrer im Alltag – Ladepunkte sind mittlerweile „wie Sand am Meer“, ganz gleich ob in der Großstadt, im ländlichen Raum oder auf der Langstrecke Richtung Europa.

Screenshot der Ladekarte von TENtec Europe

Dynamische Lade-Strategien – nachhaltiges Handeln, das spart und schützt Ressourcen

Meine Erkenntnis nach nurt einer Woche Elektroauto: Die Kombination aus Wallbox, PV-Anlage, Batteriespeicher und dynamischem Stromtarif sowie dem Ladenetz, wenn man unterwegs ist, macht das Laden sehr flexibel und vor allem problemlos:

  • Netzdienliches Laden: Nachts, wenn viel erneuerbarer Strom ins Netz eingespeist wird und der Preis am niedrigsten ist.
    Kurze Erläuterung: Netzdienlichkeit bezeichnet das Verhalten elektrischer Anlagen (wie Erzeuger, Verbraucher oder Speicher), das darauf abzielt, die Kosten und Belastungen im Stromnetz zu senken oder zu vermeiden, indem es durch flexible Steuerung und Anpassung an Netzanforderungen zur Stabilität, Effizienz und Vermeidung von Netzengpässen beiträgt, ohne zusätzlichen Netzausbau zu verursachen.
  • Solarüberschussladen: Tagsüber – das Auto lädt direkt mit Sonnenenergie und fährt damit praktisch emissionsfrei.

Auch Du selbst profitierst von deiner Energiewende

Ein klimanützlicher und energiesparender Lebensstil zahlt sich nicht nur aus für Umwelt, Klima und Gesellschaft – auch du selbst profitierst direkt und unmittelbar davon. Wer heute auf erneuerbare Energien und Elektromobilität setzt, erlebt nicht nur das gute Gefühl, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende zu leisten, sondern spürt die Vorteile auch ganz konkret im eigenen Alltag.

Die Kosten fürs Autofahren sinken spürbar, PV-Anlagen reduzieren deutlich die Stromrechnung, und dynamische Tarife schaffen mehr Flexibilität und Unabhängigkeit von Energiepreisschwankungen. Gleichzeitig genießt du den Komfort eines ruhigen und emissionsfreien Fahrens sowie die Freiheit, Zuhause mit Solarstrom oder unterwegs an tausenden Ladepunkten zu laden. Langfristig wächst auch der Wert deiner Immobilie, denn Häuser mit eigener Stromerzeugung und Lademöglichkeit sind gefragter denn je. Klimanützliches Verhalten bringt dir also nicht nur eine beruhigende CO₂-Bilanz, sondern auch echte finanzielle und praktische Vorteile – und das Tag für Tag. Und wenn das ganze daheim auch noch mit einer Wärmepumpe gekoppelt wird, ist die „Sektorenkopplung“ noch weiter ausgebaut und Du sparst zusätzlich, denn Du musst kein Gas oder Öl mehr zum Heizen kaufen.

Fazit und Ausblick: Elektroauto und PV-Anlage – effizient, klimafreundlich, alltagstauglich

Die Kombination aus erneuerbarem Strom, smarter Technik und E-Mobilität funktioniert nicht nur in der Theorie, sondern auch ganz praktisch – jeden Tag. Die Kostenersparnis durch diese eigene Energiewende ist deutlich, die Alltagstauglichkeit ebenso. Nach einem halben Jahr gibt es das große Update mit allen Daten und Erfahrungen, aber schon jetzt kann ich sagen: Das lohnt sich. Elektrisch fahren ist die Zukunft – und jeder kann seinen Teil dazu beitragen.

Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.

Quellen & Statistiken:

  • Anteil erneuerbarer Energien 2025: [Statista], [ADAC], [ZEIT]youtubezeit+1
  • CO₂-Einsparungen durch PV-Anlagen: [Solar-Conze], [Lupa-Sonnenenergie], [PV-Magazine]solar-conze+2
  • Kostenersparnis und Alltag mit PV-Anlage & E-Auto: [ADAC], [ADAC], Kostenberechnungen aus eigenem Videoadac+1
  • Dynamische Stromtarife und Netzdienlichkeit: [Memodo], [EWE]memodo+1

Links zum Thema

  1. https://www.adac.de/rund-ums-haus/energie/versorgung/erneuerbare-energie-deutschland/
  2. https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-09/erneuerbare-energie-stromverbrauch-57-prozent
  3. https://www.ndr.de/nachrichten/info/Strommix-Deutschland-Wie-ist-der-Anteil-erneuerbarer-Energien,strommix102.html
  4. https://www.adac.de/fahrzeugwelt/magazin/e-mobilitaet/alltag-familie-solaranlage-elektroauto/
  5. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/e-auto-solarstrom-laden/
  6. https://www.memodo.de/m/photovoltaik-wissen/sektorenkopplung/dynamische-stromtarife/
  7. https://www.youtube.com/watch?v=bV-LqTPapj4
  8. https://solar-conze.de/co2-ersparnis-mit-pv-anlage-was-ihre-solaranlage-fuer-die-umwelt-leistet/
  9. https://lupa-sonnenenergie.de/photovoltaik/co2-einsparung-pv-anlage
  10. https://www.pv-magazine.de/unternehmensmeldungen/co2-ersparnis-und-steuerliche-vorteile-wie-viel-spart-eine-photovoltaikanlage/
  11. https://www.ewe.de/strom/ratgeber/dynamische-stromtarife