Klimaresilienz – eine Bankrotterklärung in Sachen Klimaschutz? (Karikatur erzeugt mit KI)
Uncategorized

Klimaresilienz – eine Bankrotterklärung in Sachen Klimaschutz?

Als die EU-Kommission jüngst ihren neuen Plan für Klimaresilienz vorgestellt hat, habe ich kurz gezögert. Eigentlich klingt das – zumindest im ersten Moment – gut: Europa will sich besser gegen Hitze, Dürre, Waldbrände und Hochwasser schützen. Wer in den letzten Jahren irgendwo in Deutschland gelebt hat, weiß, dass das keine abstrakte Zukunftsmusik mehr ist. Ich lebe in Oppenheim am Rhein und beobachten seit Beginn des Sommers den Wasserstand von Europas wichtigster Binnenwasserstraße. Der Rhein brach in diesem Jahr in Sachen Niedrigwasser einen Rekord nach dem nächsten. Die Auswirkungen auf die Schifffahrt und damit die Wirtschaft sind bekannt. Auswirkungen des eindeutig menschengemachten Klimawandels. Wer das heute noch bestreitet, hat jeden Sinn für Realität verloren.

Und trotzdem nagt an mir ein ungutes Gefühl. Denn „Resilienz“ ist inzwischen ein Wort, das mir verdächtig oft begegnet, wenn über Klimapolitik gesprochen wird. Nicht als Ergänzung zum Klimaschutz, sondern zunehmend als dessen höflichere, pragmatischere Alternative. Getreu dem Motto: Wir passen uns an das an, was wir nicht mehr aufhalten können … oder wollen.

Daher überarbeite ich die Überschrift dieses Beitrages zu folgender These: Klimaresilienz ist keine Bankrotterklärung. Aber sie wird zur Bankrotterklärung, wenn sie den Klimaschutz ersetzt statt zu ergänzen.

Klimaresilienz – ein Begriff, der viel zu bequem klingt

Klimaresilienz bedeutet im Kern: Wir passen uns an eine Welt an, die sich bereits verändert. Deiche werden höher, Städte grüner, Netze robuster, Krankenhäuser hitzesicherer, Landwirtschaft trockenresistenter. Ja, das ist wichtig. Und wer das ablehnt, hat die Realität nicht verstanden.

Aber Klimaresilienz beantwortet nicht die entscheidende Frage: Warum wird es überhaupt so heiß, so trocken, so stürmisch und so unberechenbar?

Klimaschutz greift an der Ursache an. Er senkt vor allem die Treibhausgasemissionen. Resilienz dagegen mildert „nur“ die Folgen. Beides gehört zusammen – aber sie sind nicht dasselbe. Der Weltklimarat IPCC sagt unmissverständlich, dass Anpassung und Emissionsminderung gemeinsam notwendig sind. Mit steigender Erwärmung werden Anpassungsmaßnahmen aber teurer, weniger wirksam und irgendwann an Grenzen stoßen. Das wird hier im „IPCC Sixth Assessment Report Technical Summary“ sehr gut beschrieben.

Ein Beispiel: Eine Stadt kann mehr Bäume pflanzen, Trinkwasserstellen aufstellen und hitzeresistente Gebäude bauen. Das schützt Menschen. Aber wenn Klimaschutzmaßnahmen unterbleiben und deshalb die Sommer weiter immer heißer werden, stößt auch die beste Anpassung irgendwann an ihre Grenzen. Dann hilft nur noch eines: weniger Treibhausgase in die Atmosphäre. Nein, dann hätte geholfen, muss man dann in Zukunft sagen.

Der EU-Plan: notwendig, aber beunruhigend

Die Europäische Kommission will Europa künftig systematischer gegen Klimarisiken wappnen. Mitgliedstaaten sollen Klimarisiken bewerten, nationale Resilienzpläne erstellen und Klimafolgen stärker in Entscheidungen einbeziehen. Nachzulesen hier: Klimaresilienz: Neuer EU-Plan soll Europa besser schützen Und hier: Rahmenkonzept zur Klimaresilienz

Dabei fällt eine Zahl besonders auf: Die EU will ihre Mitgliedstaaten auf eine Welt vorbereiten, die bis 2050 rund 2 Grad und bis 2100 rund 3 Grad wärmer sein könnte als in vorindustrieller Zeit. Das soll keine Zielvorgabe sein, sondern eine Planungsannahme. Der Titel dieser Pressemitteilung liest sich (übersetzt) entsprechend fatalistisch: EU-Rahmenwerk zur Klimaresilienz: Grundlagen für die Bewältigung der sich verschärfenden Klimaauswirkungen schaffen

Ehrlich gesagt: Genau das ist der beunruhigende Teil.

Denn wenn wir uns offiziell auf 3 Grad Erderwärmung vorbereiten, dann sagen wir indirekt auch: Wir rechnen damit, dass die Klimaschutzziele nicht erreicht werden. Und das ist keine Verschwörungstheorie. Der UN-Umweltprogrammbericht rechnet bei Fortsetzung der heutigen Politik mit bis zu 2,8 Grad Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts.

Klimaresilienz ist also zunächst einmal eine ehrliche Reaktion auf eine Welt, die wir nicht mehr vollständig verhindern können. Aber sie darf nicht zur Ausrede werden, den Kampf gegen die Ursachen aufzugeben. Doch genau diese Gefahr sehe ich ganz konkret, wenn ich mir so anschaue und anhöre, was diverse Politiker hierzulande verbal vom Stapel lassen oder ganz konkret in Politik umsetzen. Da macht sich – leider – ein Fatalismus breit.

Warum mir das in Deutschland Sorgen macht

In Brüssel klingt das zumindest offiziell noch ausgewogen: Klimaschutz und Anpassung sollen zusammengehen. In Berlin sehe ich dagegen ein Muster, das mich massiv stutzig macht und an den Absichten der aktuellen Regierung zweifeln lässt.

Die Bundesregierung hält formal an den Klimazielen fest: minus 65 Prozent Treibhausgase bis 2030, minus 88 Prozent bis 2040 und Klimaneutralität bis spätestens 2045. Das klingt erst einmal beruhigend.

Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betont in ihren öffentlichen Auftritten, der Ausbau erneuerbarer Energien werde fortgesetzt. Das 80-Prozent-Ziel für erneuerbare Energien im Stromverbrauch bis 2030 und die Klimaneutralität bis 2045 blieben bestehen, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Doch zwischen den offiziellen Zielen und der tatsächlichen Politik klafft inzwischen eine ganz massive Lücke. Und diese Lücke ist kein Detail. Sie entscheidet darüber, ob Deutschland 2045 klimaneutral sein kann – oder ob wir uns dann nur noch besonders gut an eine Welt anpassen, die wir selbst hätten verhindern können. Schauen wir einige der jüngsten Entscheidungen an.

Heizungen: Die Wärmewende wird verschoben

Das deutlichste Beispiel ist die Wärmewende! Die frühere Vorgabe, wonach neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden mussten, wurde gestrichen. Neue Gas- und Ölheizungen bleiben damit grundsätzlich möglich.

Stattdessen kommt eine sogenannte „Bio-Treppe“: Ab 2029 müssen neue Öl- und Gasheizungen zunächst mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe wie Biomethan oder Bioöl enthalten, ab 2030 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent. Das klingt nach Kompromiss. Für mich klingt es eher nach Verschiebung, Verzögerung und dem Kleben an fossiler Technologie.

Denn eine Gasheizung mit Bioanteil bleibt ein fossiles Gerät, das an fossile Infrastruktur, fossile Lieferketten und fossile Geschäftsmodelle gebunden ist. Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, prägt sein Gebäude für die nächsten Jahrzehnte. Ok, er muss dann auch die Zeche zahlen, die durch Biobrennstoffe, CO2-Abgaben und Co entstehen. Doch genau in dieser Zeit müsste Deutschland den Großteil seiner Emissionen abbauen. Mit dem neuen Reiche’schen Heizgesetz wird genau das massiv verzögert.

Ich verstehe die Sorge vor hohen Kosten, komplizierten Vorschriften und angeblich unsicheren Technologien. Aber „Technologieoffenheit“ darf nicht bedeuten, dass wir die alte, fossile Technologie wählen, die uns am wenigsten verändert – und dafür die Klimaziele opfern. Und jeder, der Wärmepumpen für unausgereift oder für bestimmte Gebäudetypen für ungeeignet hält, lebt mindestens 20 Jahre in der Vergangenheit. Mein eigenes Haus ist Baujahr 1954. Ungedämmt, lediglich die oberste Geschossdecke ist gedämmt und 2023 habe ich moderne Wärmeschutzfenster einbauen lassen. Seit Mai habe ich eine Wärmepumpe. Es funktioniert völlig problemlos. Die Bude wird warm und ich heize dabei deutlich günstiger, als im letzten Winter noch mit der Gasbrennwerttherme.

Strom aus Gas? Sicherheit ja, aber nicht um jeden Preis

Auch bei der Stromversorgung sehe ich diese Verschiebung. Die Bundesregierung und vor allem „Gas-Kathi“ plant 20 bis 30 neue Gaskraftwerke mit mindestens elf Gigawatt Leistung. Begründet wird das mit Versorgungssicherheit. Und ja: Wir brauchen eine gewisse Zahl an regelbaren Kraftwerken, wenn Wind und Solar gerade nicht liefern und noch nicht genug Groß-Batteriespeicher existieren, um diese Phasen abzupuffern.

Aber die entscheidende Frage ist, ob wirklich nur Gaskraftwerke diese Versorgungssicherheit leisten können. Glaubt man Katherina Reiche, dann wäre das der Fall. Ist es aber nicht! Und genau das ist der entscheidende Punkt. Gaskraftwerke sind derzeit ein wichtiger Baustein für Versorgungssicherheit, aber sie sind bei weitem nicht die einzige Option und schon gar nicht automatisch die beste. Die ehrliche Antwort lautet: Deutschland braucht ein Zusammenspiel aus Speichern, Flexibilität, Netzausbau und – für längere „Dunkelflauten“ – einer begrenzten Zahl regelbarer Kraftwerke. Und zwar nicht nur Gaskraftwerke. Auch Wasserkraft oder Biomasse können signifikante Kraftwerksleistung liefern.


Die insgesamte Antwort lautet: Nein, es braucht nicht nur mehr Gaskraftwerke. Batteriespeicher, flexible Wärmepumpen, netzdienliches E-Auto-Laden, industrielle Laststeuerung, Effizienz und ein schnellerer Netzausbau können einen erheblichen Teil des Bedarfs decken. Die Bundesnetzagentur selbst rechnet damit, dass genau diese Flexibilität bis 2035 rund 5,6 Gigawatt an zusätzlichem Kraftwerksbedarf einspart.

Einige Gaskraftwerke bleiben daher wahrscheinlich als Rückfallebene notwendig – aber nicht als Hauptantwort auf die Energiewende. Wer sie so wie Katherina Reiche als Allheilmittel verkauft, verwechselt Versorgungssicherheit mit fossiler Festlegung. Mit anderen Worten, das ist fossile Lobbypolitik. Wer sie dagegen klar begrenzt, wasserstofffähig baut und gleichzeitig Speicher sowie Flexibilität ausbaut, kann Versorgungssicherheit und Klimaschutz zusammen denken. Das z.B, hat Robert Habeck als Wirtschaftsminister getan.

Ein Gaskraftwerk kann ein Übergangswerkzeug sein. Es kann aber auch zum Dauerzustand werden. Der Unterschied liegt darin, ob es später wirklich auf grünen Wasserstoff oder andere klimaneutrale Energieträger umgestellt wird – oder ob es einfach weiter Gas verbrennt, weil die Infrastruktur einmal da ist.

Parallel dazu sollen nach dem Willen der Wirtschaftministerin in überlasteten Netzgebieten neue Wind- und Solaranlagen weniger attraktiv werden. Für abgeregelter Strom aus neuen Anlagen soll es keine Entschädigung mehr geben; Betreiber erneuerbarer Anlagen sollen stärker an den Netzausbaukosten beteiligt werden. Das ist in etwa so, als wolle man Engpässen auf öffentlichen Straßen nicht durch den Ausbau der Straßen, sondern durch Fahrverbote und begrenzte Quoten beim verkauf und der Zulassung von Fahrzeugen in den Griff bekommen.

Befürworter nennen das „Netzrealismus“. Aber zu diesem Netzrealismus gehört dann auch die ehrliche Feststellung, dass die Notwendigkeit eines Netzausbaus seit 20 Jahren deutlich erkennbar war, aber schlichtweg versäumt und politisch verkackt wurde. Schon zu Beginn der Merkel-Ära war erkennbar was nötig wäre und die Politik hat versagt, auf diese Erkenntnisse zu reagieren. Heute baden wir das alle aus. Und so nette „Zukunftsbremsen“ wie die Altmaier-Delle darf oder eher muss man hier auch erwähnen.

Kritiker dieser aktuellen Politik warnen völlig zurecht vor einer Zubaubremse. Ich halte fest: Netzengpässe sind real. Aber die Antwort darf nicht sein, den Ausbau der Erneuerbaren zu verlangsamen. Die Antwort muss sein, Netze, Speicher, Flexibilität und Erneuerbare gleichzeitig auszubauen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und ihre Staatssekretäre trafen sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 insgesamt 37 Mal mit Energiekonzernen klassisch-fossiler Ausrichtung. Mit Umweltverbänden fand ein Treffen statt. Mit Herstellern im Bereich erneuerbarer Energien fand kein Treffen statt. Zum 2. Oktober hat das Bundeswirtschaftsministerium unter der Leitung von Katherina Reiche das Referat für Wind-, Solar- und Transformationsindustrien aufgelöst! Noch Fragen??!!

Wenn Ziele bleiben, aber der Weg verschwindet

Besonders aufschlussreich ist der Entwurf des Klimaschutzprogramms 2026. Danach würde Deutschland mit den geplanten Maßnahmen das 2030-Ziel knapp verfehlen: Statt minus 65 Prozent wären nur etwa minus 63 Prozent erreichbar. Besonders im Verkehr und bei Gebäuden bleibt es eng.

Das ist keine Kleinigkeit. Denn es zeigt: Die Klimaziele werden nicht nur „anspruchsvoll“ genannt. Sie werden von der aktuellen Politik realistisch nicht erreicht. Man hat es scheinbar auch gar nicht mehr wirklich vor. Statt die Bemühungen zu steigern, senkt man die Ziele.

Und genau hier liegt mein Problem mit der aktuellen Debatte. Es wird weiter von Klimaneutralität 2045 gesprochen, während gleichzeitig fossile Heizungen erlaubt, Gaskraftwerke ausgebaut und Erneuerbaren-Anreize massiv geschwächt werden. Das ist keine konsequente Klimapolitik. Das ist Klimapolitik mit angezogener Handbremse. Das ist fossile Lobbypolitik! Katherina Reiche hat sich ihren Spitznamen „Gas-Kathi“ absolut verdient.

Der Unterschied zwischen Vorsorge und Kapitulation

Ich will nicht missverstanden werden: Ich bin nicht gegen Klimaresilienz. Im Gegenteil. Wir brauchen Deiche, hitzefeste Städte, widerstandsfähige Netze, bessere Frühwarnsysteme und eine Landwirtschaft, die mit Trockenheit umgehen kann. Aber wir brauchen diese in Kombination mit Klimaschutz!! Unterscheiden wir mal zwischen zwei Arten von Resilienz.

Die eine integriert den Klimaschutz als feste Maßnahme und macht uns widerstandsfähiger UND emissionsärmer. Eine Wärmepumpe mit grünem Strom verursacht keine Emissionen und macht uns unabhängiger von Gasimporten von Diktatoren wie Putin. Ein gut gedämmtes Haus schützt vor Hitze und senkt den Energiebedarf. Ein Solarpark mit Speicher stabilisiert das Netz und ersetzt fossile Kraftwerke. Begrünte Städte heizen sich weniger auf und ein Fernwärmenetz in der gleiche Stadt senkt ebenfalls die Emissionen.

Die andere ohne Klimaschutz macht uns nur scheinbar sicherer. Eine neue Gasheizung mit Bioanteil, ein weiteres Gaskraftwerk ohne Wasserstofftauglichkeit und eine klare Ausstiegsperspektive oder eine Politik, die Erneuerbaren-Zubau bremst, verschiebt das Problem lediglich. Sie verwaltet Symptome, statt Ursachen zu beseitigen. Leiden und vor allem bezahlen werden dann eben zukünftige Generationen.

Erstere ist Klimaschutz mit Anpassung. Letztere ist Anpassung an eine Krise, die man selbst weiter befeuert.

Meine Frage an die Politik

Wenn ich Katherina Reiche oder andere Verantwortliche fragen könnte, würde ich nicht fragen: „Wollen Sie den Klimaschutz abschaffen?“ Denn diese Frage wäre zu pauschal. Die offiziellen Ziele bestehen ja weiterhin. Auch wenn sie derzeit wohl eher als Feigenblatt dienen.

Ich würde fragen: „Welche Entscheidung Ihrer Politik senkt in den nächsten zehn Jahren tatsächlich Treibhausgasemissionen – und welche Entscheidung verlängert nur fossile Strukturen?“

Denn genau daran erkennt man, ob Klimaresilienz ernst gemeint ist. Nicht an den Worten, sondern an den Gesetzen, Förderprogrammen, Netzentgeltregeln, Heizungsvorschriften und Kraftwerksausschreibungen. Ok, die Antwort ist wohl leider schon von vorne herein klar!

Also: Resilienz ja – aber nicht statt sondern nur MIT Klimaschutz

Klimaresilienz ist keine Bankrotterklärung. Sie ist notwendig, weil die Klimakrise bereits längst schon angekommen ist. Der immer noch extrem niedrige Wasserstand des Rheins – es ist mittlerweile Ende Oktober – ist mein Zeuge!

Aber Klimaresilienz wird in genau dem Moment zur Bankrotterklärung, wenn sie den Klimaschutz ersetzt statt zu ergänzen. Wenn wir uns an 3 Grad anpassen, während wir gleichzeitig die Maßnahmen schwächen, die 1,5 oder zumindest deutlich unter 2 Grad erreichen könnten. Wenn wir Hochwasser, Hitze und Dürre managen, aber Gasheizungen, Gaskraftwerke und fossile Abhängigkeiten weiter verlängern. Genau das sehe ich derzeit in der deutschen Energie- und Klimapolitik. Die Bundesregierung behält die Klimaziele, schwächt aber zentrale Instrumente zu ihrer Erreichung.

Ein weiteres gutes Beispiel dieser falschen Politik ist der dauerhafte Fetisch unter anderem und vor allem von Markus Söder in Sachen „Verbrenner-Aus„. Nicht nur, aber vor allem er will dieses „Experiment“ beenden und arbeitet sich immer aufs neue an diesem Thema ab. Auch hier wird dann reichlich die Floskel „Technologieoffenheit“ bemüht. Er behauptet, nur damit könne die deutsche Autoindustrie gerettet werden, indem sie weiter Verbrenner-Autos bauen darf. Wer will die denn in Zukunft und bei den Preisentwicklungen an der Tankstelle noch kaufen??!! Die Antwort auf diese Fragen lässt sich in den Zulassungszahlen für E-Autos ablesen, Herr Söder.

Und wie gut das funktioniert, erleben wir ja gerade an der Entwicklung der deutschen Automobilbranche. Die hat die letzten 20 Jahre lang massenhaft vor allem in China Verbrenner-Autos verkauft. Aber seit ein paar Jahren ist das vorbei. Nicht nur, dass die Chinesen kaum noch deutsche Autos mit einem Verbrennungsmotor kaufen. Nein, in China ist eine Autoindustrie entstanden, die aus gezeichnete Elektroautos baut und – mit fetten staatlichen Subventionen – günstig auf den Weltmarkt drückt. Deutschlands Autobauer haben die Elektrifizierung der Mobilität lange verschlafen. Und jetzt soll der Verbrenner der Retter sein? Klappt irgendwie nicht. Selbst hierzulande ist der Trend zum E-Auto deutlich erkennbar und nicht mehr aufzuhalten. Ich selbst fahre seit September 2025 mein erstes Elektroauto und bin damit unglaublich zufrieden. Es ist ein VW ID 7, ein hervorragendes Auto. Ja auch die deutschen Autobauer können sehr gute Elektroautos bauen. Für mich heißt es „nie wieder Verbrenner“.

In diesem Video berichte ich über die erste Woche mit meinem ersten E-Auto.

Deshalb ziehe ich folgendes Fazit:

Mehr Resilienz – aber nur zusammen mit konsequentem Klimaschutz! Denn wer nur anpasst, bereitet sich auf eine immer heißere Welt vor. Wer nur Klimaschutz betreibt, ignoriert die Folgen, die bereits da sind. Wer beides ernst meint, baut eine Zukunft, in der Menschen geschützt werden – ohne die Ursachen der Krise weiter zu verstärken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert