Wie der Batteriespeicherausbau einfach weggerechnet wird. (Karikatur erstellt mit KI)
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Wie im Versorgungssicherheitsbericht der Batteriespeicher verschwindet

Berichtslücke im Versorgungssicherheitsbericht bei Batteriespeichern: Wie die Bundesnetzagentur und das Wirtschaftsministerium das Stromsystem der Zukunft falsch modellieren, um den fossil Rollback voranzutreiben.

Die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium haben ihren neuen Versorgungssicherheitsbericht vorgelegt – und damit massive Kritik aus Fachkreisen, Wirtschaft und Verbänden provoziert. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur gravierende Lücken und handwerkliche Fehler, sondern auch eine politische Instrumentalisierung des Berichts, die wichtige Markttrends bewusst ausblendet und den Weg für teure Fehlentscheidungen ebnet. Richten wir zunächst einen analytisch-kritischen Blick auf den Bericht:

1. Batteriespeicher: Methodisches Defizit und Realitätsferne

Der Bericht behandelt Batteriespeicher nur am Rande und trifft Annahmen, die der aktuellen technologischen Entwicklung und Marktdynamik in keiner Weise gerecht werden. Konkret:

  • Niedrige Berücksichtigung im Modell: Es wird modelliert, dass die Kapazität bestehender Großbatteriespeicher bis 2035 stagnieren oder sogar abnehmen könnte. Dies steht im Widerspruch zu aktuellen Branchendaten, die eine echte Boomphase bescheinigen – Netzanschlussanfragen für Batteriespeicher liegen im hohen zweistelligen Gigawattbereich, und die tatsächlich installierte Kapazität hat sich in nur einem Jahr mehr als verdoppelt.heise+3
  • Ignoranz gegenüber der Markt- und Investitionspraxis: Zahlreiche Unternehmen investieren massiv, auch weil dezentrale Erneuerbare Energien flexible Speicher brauchen, etwa zur Glättung von Residuallasten oder für Netzstabilität. Diese Realität wird durch das Szenariomodell nahezu ausgeblendet.
  • Fehlanreize und politisches Framing: Das Ministerium und die Bundesnetzagentur präsentieren den fehlenden Ausbau von Speichern als gegeben, statt regulatorische Hürden, schleppende Genehmigungen und die fehlende Anerkennung von Batteriespeichern in Systemdienstleistungen als eigentliche Bremse zu thematisieren.solarwirtschaft+1

Fazit zu Batteriespeichern: Die Autoren räumen zwar in einer Fußnote die methodische Schwäche ein, werten ihre Ergebnisse aber dennoch als Entscheidungsgrundlage. Das ist wissenschaftlich und politisch fragwürdig – der Bericht verzerrt so die Debatte bewusst, indem ein Zukunftsbild ohne relevante Speicherentwicklung “simuliert” wird.

2. Gesamtbild der Energiewende: Rückwärtsgewandte Signalwirkung

  • Strukturelle Übergewichtung fossiler Flexibilität: Weil Batteriespeicher nicht realistisch abgebildet werden, erscheinen der kurzfristige Neubau von Gaskraftwerken oder andere konventionelle Kapazitäten als scheinbar alternativlos. Das ist ein politisch gewünschtes Ergebnis, das sich methodisch selbst erfüllt.
  • Marktwirklichkeit und Innovation bleiben außen vor: Die dynamischsten Segmente (Speicher, Flexibilität, Digitalisierung) werden in ihrer Systemfähigkeit nicht angemessen mitgerechnet – das widerspricht einer technologieoffenen und auf Innovationsdynamik bauenden Energiewendestrategie und bremst neue Geschäftsmodelle aus.photovoltaik-angebotsvergleich+3
  • Risiko für Bürger und Verbraucher: Mit dem Bericht wird die Tür für milliardenschwere Fehlinvestitionen in überdimensionierte, teure, häufig fossil betriebene Reservekraftwerke geöffnet – und das zu Lasten der Klimaziele, der Akzeptanz und der Strompreise.

3. Transparenz und wissenschaftliche Integrität

  • Unzulängliche Kommunikation: Die methodischen Schwächen werden im Fließtext und in Presseverlautbarungen kaum kommuniziert. Politik und Öffentlichkeit bekommen so ein Bild vermittelt, das trügerisch ist – zentrale Zukunftstechnologien erscheinen als irrelevant, obwohl sie im Markt längst angekommen sind.pv-magazine+2
  • Politische Instrumentalisierung: Die Modelldefizite sind nicht nur wissenschaftlich zu kritisieren, sondern öffnen auch Raum für politisch motivierte (Fehl-)Deutungen, um klassische Lösungen zu bevorzugen und neue Akteure oder Technologien auszubremsen.
Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.

Kritische Gesamtbewertung

Die zentrale Schwachstelle des Berichts ist, dass moderne Stromspeicher als Schlüsselbaustein der Energiewende realitätsfern behandelt oder fast ignoriert werden. Dadurch verkauft er bei Bürgern, Politik und Wirtschaft eine teure und rückwärtsgewandte Scheinwirklichkeit und riskiert, den Transformationsprozess grundlegend zu verlangsamen.

Wer heute gezielt die Potenziale der Speicher für erneuerbare Enregien ausklammert, handelt nicht technologieoffen, sondern anti-innovativ – und verspielt Deutschlands Chancen auf ein modernes, flexibles, sicheres Stromsystem.pv-magazine+4

Quellen für diese Analyse (Auswahl):
heise.deheise
solarwirtschaft.desolarwirtschaft
photovoltaik-angebotsvergleich.dephotovoltaik-angebotsvergleich
pv-magazine.depv-magazine
pv-magazine.depv-magazine
bne-online.debne-online

  1. https://www.heise.de/news/Bericht-zur-Strom-Versorgungssicherheit-der-Bundesnetzagentur-in-der-Kritik-10632146.html
  2. https://www.solarwirtschaft.de/2025/09/04/solarwirtschaft-kritisiert-speicher-luecke-im-versorgungssicherheitsbericht/
  3. https://www.photovoltaik-angebotsvergleich.de/photovoltaik-blog/articles/speicherboom-ignoriert-solarbranche-fordert-korrektur-des-bnetza-berichts.html
  4. https://www.pv-magazine.de/2025/09/04/bsw-solar-fordert-ueberarbeitung-des-berichts-zur-versorgungssicherheit-speicher-einbeziehen/
  5. https://www.pv-magazine.de/2025/09/03/versorgungssicherheitsmonitoring-sieht-bedarf-von-bis-zu-355-gigawatt-an-zusaetzlichen-steuerbaren-kapazitaeten-bis-2035/
  6. https://www.bne-online.de/aktueller-versorgungssicherheitsbericht-bnetza-legt-finger-in-die-wunde-fehlende-digitalisierung-und-flexibilitaet-gefaehrden-versorgungssicherheit/
  7. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/katherina-reiche-bericht-zur-strom-zukunft-ignoriert-die-wachstumsstaerkste-technik-a-17f889e0-9300-4e4a-b3ea-2ca0244e1c5e

Die Fakten: Batteriespeicher bleiben weitgehend unerwähnt

Batteriespeicher sind unbestritten die am schnellsten wachsende Energietechnik weltweit. Während Unternehmen und Betreiber bereits Netzzusagen für viele Gigawatt an neuen Großspeichern haben und Anschlussanfragen im dreistelligen Gigawattbereich vorliegen, operiert der Versorgungssicherheitsbericht mit Szenarien, die einen Rückbau (!) stationärer Batteriessysteme annehmen – und das für das Jahr 2035.heise+3

Die Autoren des Berichts räumen selbst ein, dass sie die Dynamik bei Batteriesystemen „nicht umfassend abgebildet“ haben – dabei hat sich die tatsächlich ans Netz angeschlossene Großspeicherkapazität allein zwischen Anfang 2024 und Mitte 2025 bereits mehr als verdoppelt. Der Bericht modelliert damit ein Szenario, das schon jetzt erkennbar veraltet und fachlich falsch ist.

Wieso diese Diskrepanz?

Branchenexperten und Verbände – etwa der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) – sprechen von einer „systematischen Unterschlagung“ der Batterieentwicklung. Während Marktpraxis und regulatorische Rahmenbedingungen freie Märkte und privates Kapital für Speicherprojekte in enormem Umfang bereitstellen, ignoriert der Bericht diese Entwicklung. Das Modell, das der Bundesnetzagentur-Bericht verwendet, basiert auf veralteten Annahmen und blendet die Speicherrealität bewusst aus.photovoltaik-angebotsvergleich+2

Die verfügbaren Daten belegen: Die größten Hürden für weitere Batteriespeicherprojekte bestehen in schleppenden und komplizierten Genehmigungen, regulatorischen Unsicherheiten und einem Mangel an klaren politischen Leitlinien. Doch stattdessen werden der Öffentlichkeit und der Politik Modellresultate präsentiert, die das massive Marktinteresse an Speichern schlicht nicht widerspiegeln und Alternativen – wie den Neubau fossiler Gaskraftwerke – politisch aufwerten.

Manipulatives Framing durch das Wirtschaftsministerium

Besonders kritisch ist die Rolle des Bundeswirtschaftsministeriums: Nachträgliche „Formulierungsänderungen und Korrekturen“ auf Ministeriumsebene haben den bereits verspätet veröffentlichten Bericht weiter in Richtung konservativer, fossiler Lösungen verschoben. Ministerin Reiche (CDU) stellte explizit heraus, der Bericht zeige den Zubau neuer Gaskraftwerke als alternativlos.spiegel+1

Politisch wird so der Anschein erweckt, es gebe keine marktwirtschaftlichen Alternativen. Die Potentiale von Batteriespeichern für Netzstabilität und Preisdämpfung, auch als Reaktion auf den Ausbau erneuerbarer Energien, werden kleingeredet oder gar nicht modelliert – und damit eine Grundlage für höhere Kosten und klimapolitisch kontraproduktive Entscheidungen geschaffen.

Folgen: Teure Fehlentscheidungen und stockende Energiewende

Der aktuelle Bericht kann so, darin sind sich Branchen, Wissenschaft und Verbände einig, keine belastbare Grundlage für politische Entscheidungen über den Zubau steuerbarer Kraftwerke oder gar kapazitätsbasierte Märkte liefern. Stattdessen drohen milliardenschwere Fehlinvestitionen in fossile Technologien – zu Lasten von Klima, Verbrauchern und technischen Fortschritten im Energiesystem.solarwirtschaft+3

Was jetzt nötig wäre

  • Transparente und realitätsnahe Methodik: Ein Zukunftsbericht muss Innovationsdynamiken und Marktdaten bei Batterie- und Speichertechnologien endlich ehrlich abbilden.
  • Abbau regulatorischer Hürden für Speicherprojekte: Schnelle und einheitliche Genehmigungsverfahren, verlässliche Märkte und ein klares Bekenntnis zur technikoffenen Energiewende sind überfällig.
  • Klare politische Kommunikation: Die Bundesregierung muss aufhören, alte Märchen von neuen Gas- oder gar Kohlekraftwerken zu erzählen – und stattdessen Teilhabe und Investitionen für Speicher und Flexibilitäten ermöglichen.

Fazit:

Der Umgang der Bundesnetzagentur und des Wirtschaftsministeriums mit dem Bericht zur Versorgungssicherheit 2025 zeigt exemplarisch, wie datenbasierte Politik aus der Spur gerät, wenn zentrale Zukunftstechnologien politisch ausgebremst und „wegmodelliert“ werden. Wer die Speicherlücke ignoriert, kann die Energiewende nicht beschleunigen – sondern riskiert (oder beabsichtigt?!) , sie sehenden Auges zu behindern.


Quellen:

  1. https://www.heise.de/news/Bericht-zur-Strom-Versorgungssicherheit-der-Bundesnetzagentur-in-der-Kritik-10632146.html
  2. https://www.solarwirtschaft.de/2025/09/04/solarwirtschaft-kritisiert-speicher-luecke-im-versorgungssicherheitsbericht/
  3. https://www.photovoltaik-angebotsvergleich.de/photovoltaik-blog/articles/speicherboom-ignoriert-solarbranche-fordert-korrektur-des-bnetza-berichts.html
  4. https://www.pv-magazine.de/2025/09/04/bsw-solar-fordert-ueberarbeitung-des-berichts-zur-versorgungssicherheit-speicher-einbeziehen/
  5. https://www.pv-magazine.de/2025/09/03/versorgungssicherheitsmonitoring-sieht-bedarf-von-bis-zu-355-gigawatt-an-zusaetzlichen-steuerbaren-kapazitaeten-bis-2035/
  6. https://www.bne-online.de/aktueller-versorgungssicherheitsbericht-bnetza-legt-finger-in-die-wunde-fehlende-digitalisierung-und-flexibilitaet-gefaehrden-versorgungssicherheit/
  7. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/katherina-reiche-bericht-zur-strom-zukunft-ignoriert-die-wachstumsstaerkste-technik-a-17f889e0-9300-4e4a-b3ea-2ca0244e1c5e
  8. https://www.photovoltaik-angebotsvergleich.de/photovoltaik-blog/articles/speicherboom-ignoriert-solarbranche-fordert-korrektur-des-bnetza-berichts.html
  9. https://www.pv-magazine.de/2025/09/03/versorgungssicherheitsmonitoring-sieht-bedarf-von-bis-zu-355-gigawatt-an-zusaetzlichen-steuerbaren-kapazitaeten-bis-2035/
  10. https://www.pv-magazine.de/2025/09/04/bsw-solar-fordert-ueberarbeitung-des-berichts-zur-versorgungssicherheit-speicher-einbeziehen/
  11. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/katherina-reiche-bericht-zur-strom-zukunft-ignoriert-die-wachstumsstaerkste-technik-a-17f889e0-9300-4e4a-b3ea-2ca0244e1c5e
  12. https://www.fr.de/wirtschaft/wirtschaftsministerin-reiche-erntet-bereits-kritik-fuer-klimaplaene-neue-zr-93730729.html
  13. https://www.solarwirtschaft.de/2025/09/04/solarwirtschaft-kritisiert-speicher-luecke-im-versorgungssicherheitsbericht/
  14. https://www.zfk.de/energie/strom/speicher-bundesnetzagentur-versorgungssicherheit-batteriespeicher-bericht
  15. https://www.bne-online.de/bne-stellungnahme-stromspeicher-strategie/
  16. https://edison.media/energie/batteriespeicher-droht-fadenriss-beim-ausbau/25257751/
  17. https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/versorgungssicherheit-strom-bericht-2025.pdf?__blob=publicationFile&v=12
  18. https://www.zfk.de/energie/strom/speicher-stabilisieren-bereits-das-stromnetz-netzagentur-bericht-irritiert
  19. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/batteriespeicher-strom-netzausbau-100.html
  20. https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/20250903_Versorgungsmonitoring.html
  21. https://background.tagesspiegel.de/energie-und-klima/briefing/diskussion-um-speicher-im-versorgungssicherheitsbericht
  22. https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/studie-batteriespeicher-in-netzen-schlussbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=1
  23. https://energiewende.bundeswirtschaftsministerium.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2024/01/Meldung/news2.html
  24. https://www.zfk.de/politik/deutschland/batteriespeicher-falsche-standorte-baywa-re
  25. https://www.solarbranche.de/news/nachrichten/artikel-27155-energiewende-warum-deutschland-ploetzlich-keine-speicher-mehr-braucht
  26. https://background.tagesspiegel.de/energie-und-klima/briefing/aufbruchstimmung-bei-grossbatterien-wie-die-neue-regierung-die-bremskloetze-loesen-kann

One Comment

  • football bros

    Dieser Bericht ist ein Desaster! Die Ignoranz gegenüber Batteriespeichern ist inakzeptabel und verzögert die Energiewende massiv. Realitätsferne Methodik und politische Instrumentalisierung bremst Innovationen aus – das muss umgehend korrigiert werden! #Energiewende #Speicher #Technologieoffen