Warmwasser mit der AIRA Wärmepumpe im Sommer
Energiewende,  Wärmepumpe

Warmwasser mit der AIRA Wärmepumpe im Sommer: Echte Praxiszahlen, Stromverbrauch & Kostenvergleich mit Gas

Am 29. Mai ging meine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe von AIRA offiziell in Betrieb. Da der Sommer ungewohnt heiß war, musste die eigentliche Heizfunktion der Pumpe in den ersten dreieinhalb Monaten noch kein einziges Mal anspringen. Die Wärmepumpe hat also seit ihrer Inbetriebnahme bisher nur Brauchwasser heißt gemacht. Und dafür schauen wir uns hier die Zahlen an.

Das bedeutete die perfekte Gelegenheit für einen Praxistest unter echten Bedingungen: Was leistet eine moderne Wärmepumpe im reinen Sommerbetrieb für die Warmwassererzeugung? Wie viel Strom verbraucht sie, wie effizient arbeitet sie wirklich und was kostet das Ganze in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif?

In diesem Erfahrungsbericht und dem dazugehörigen YouTube-Video schauen wir uns die Daten und Fakten aus den ersten 3,5 Monaten an.

1. Die erzeugte Wärmemenge für Brauchwasser

Starten wir mit der Grundvoraussetzung: Wie viel Nutzwärme hat die Anlage geliefert? Heißes Wasser direkt kann man schwer messen. Ich kann beispielsweise wohl kaum die Liter warmes Wasser zählen. Statt reiner Literzahlen zählt bei der energetischen Betrachtung deshalb die genaue Wärmemenge in Kilowattstunden (kWh).

  • Zeitraum: 29. Mai bis Mitte September (ca. 3,5 Monate)
  • Erzeugte Wärmemenge: 657,3 kWh
  • Betriebsmodus: „Eco Save“ (50 °C Warmwassertemperatur)

Für meinen Einpersonenhaushalt reichen 50 °C Wassertemperatur im Alltag völlig aus – selbst für ein entspanntes Vollbad. Zum Schutz der Gesundheit läuft alle 14 Tage automatisch die integrierte Legionellenschaltung der Heizung, die den Wasserspeicher auf 65 °C erhitzt, um die Bildung von Legionellen zu verhindern.

2. Stromverbrauch der Wärmepumpe im Praxis-Test

Bei der Installation wurde ein eigener, separater Smart-Meter-Stromzähler im Schaltkasten der Anlage verbaut, der ausschließlich den Verbrauch der Wärmepumpe misst und die Daten an die App zur Auswertung übergibt.

Der Gesamtelektroenergieverbrauch der Wärmepumpe für die 657,3 kWh Wärme lag im gesamten Zeitraum bei exakt 199,8 kWh Strom.

3. Was kostet das warme Wasser? (Standardtarif versus Dynamischer Stromtarif)

Um zu verstehen, wie wirtschaftlich das System läuft, lohnt sich der Blick auf unterschiedliche Stromtarife. Fangen wir mit einem Festpreistarif an.

Szenario A: Deutscher Durchschnittsstrompreis

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) gibt für Deutschland (im laufenden Jahr 2026) einen durchschnittlichen Strompreis von 37,0 Cent/kWh an.

  • Kosten bei Standardtarif: 199,8 kWh × 0,37 € = 73,93 € Das macht circa 21,12 € pro Monat)

Szenario B: Dynamischer Stromtarif mit Systemoptimierung

In meinem Haus nutze ich den dynamischen Stromtarif Dynamic Pulse in Kombination mit dem Heartbeat-Energiemanagementsystem von 1KOMMA5°.

Über die integrierte Tarifoptimierung wird die Wärmepumpe gezielt dann angesteuert, wenn die Strompreise an der Börse besonders niedrig sind (z. B. bei viel Wind- oder Sonnenstrom im Netz). Mein durchschnittlicher effektiver Strompreis lag in den letzten 180 Tagen bei 16,08 Cent/kWh.

  • Tatsächliche Kosten: 199,8 kWh × 0,1608 € = 32,13 €
  • Ergebnis: Unter 10,00 € pro Monat für sämtliches Warmwasser!

Zusätzlicher Sparfaktor Photovoltaik: Da die Wärmepumpe im Sommer meist mittags bei günstigen Strompreisen anspringt, lief sie in der Praxis häufig sogar direkt mit dem kostenlosen Überschussstrom meiner eigenen PV-Anlage. Denn Mittags war mein Batteriespeicher im Haus meist schon rappelvoll, aber es kam natürlich reichlich Strom vom Dach. Oder es wurde Strom aus dem Batteriespeicher bezogen. Die realen Netzstromkosten lagen somit vermutlich noch unter den errechneten 32,13 €.

4. Der direkte Kostenvergleich: Wärmepumpe versus alte Gas-Brennwerttherme

Was hätte dieselbe Warmwassermenge gekostet, wenn ich weiterhin mit meiner 25 Jahre alten Gasbrennwerttherme geheizt beziehungsweise Warmwasser erzeugt hätte?

Der durchschnittliche Gaspreis liegt laut BDEW aktuell bei etwa 11,9 Cent/kWh. Allerdings verbrennt Gas nicht zu 100 % verlustfrei, sodass man die Wärme-Kilowattstunden nicht eins zu eins mit dem Strompreis verrechnen kann:

  1. Wirkungsgrad der Gastherme: Eine moderne Gas-Brennwerttherme hat einen theoretischen Wirkungsgrad von ca. 90 % (1 kWh Gas = 0,9 kWh Wärme). Rechnet man also diese Verluste ein, liegt der Preis pro kWh erzeugter Wärme bei etwa 13,2 Cent.
  2. Kosten für die Wärmemenge (657,3 kWh): 657,3 kWh × 0,132 € = 86,76 €

(Anmerkung aus der Praxis: Bei reiner Warmwasserbereitung im Sommer sinkt der reale Wirkungsgrad älterer Gasthermen wegen Auskühl- und Bereitschaftsverlusten oft sogar auf 60–70 %. Die echten Gaskosten wären bei einer älteren Therme also noch höher ausgefallen).

Ergebnis des Verbrauchsvergleichs:

  • Gas-Brennwerttherme (rein variabel): ~ 86,76 €
  • AIRA Wärmepumpe (dynamischer Tarif): ~ 32,13 €
  • Ersparnis: Die Wärmepumpe hat das Warmwasser für weit weniger als die Hälfte der Kosten erzeugt!

5. Versteckte Ersparnis: Der vollständige Wegfall der Gas-Fixkosten

Neben den reinen Verbrauchskosten pro Kilowattstunde wird oft ein entscheidender Vorteil beim Umstieg von Gas auf Wärmepumpe vergessen: Das komplette Einsparen verbrauchsunabhängiger Fixkosten.

Durch die Kündigung und Stilllegung des Gasanschlusses entfallen:

  • Gas-Grundgebühr / Zählermiete etc.: circa. 120 € bis 240 € / Jahr
  • Schornsteinfeger (Abgaswegeprüfung, Feuerstättenschau): circa 30 € bis 60 € / Jahr
  • Sicherheitsprüfungen & Wartungen der Gasleitung: wiederkehrende Zusatzkosten

Schon durch das bloße Abmelden des Gasanschlusses spart man 150 bis 300 Euro pro Jahr an reinen Fixkosten ein – ganz unabhängig vom eigenen Verbrauchsverhalten. Außerdem: Zukünftige Steigerungen der CO₂-Abgabe auf fossile Brennstoffe betreffen das System ebenfalls nicht mehr.

6. Effizienzwerte im Praxis-Check: App-Anzeige versus reale Arbeitszahl

Wie effizient arbeitet die AIRA Anlage bei unterschiedlichen Außentemperaturen? Die App zeigt monatlich folgende Effizienzwerte (Leistungszahl / COP) an:

  • Mai (Ø 24 °C): 4,6
  • Juni (Ø 26 °C): 4,9 (Spitzenwert)
  • Juli (Ø 24 °C): 4,6
  • August (Ø 23 °C): 4,2
  • September fehlt, weil der Monat aktuell ja noch läuft

Warum weicht die errechnete Arbeitszahl ab?

Das also sind die Angaben aus der App. Aber teilt man die Gesamtwärme (657,3 kWh) durch den gemessenen Stromverbrauch (199,8 kWh), ergibt sich eine reale Arbeitszahl von 3,29 für den Warmwasser-Sommerbetrieb. Woher kommt die Abweichung?

Der Grund für den Unterschied:

  • Die App-Messung: Die Steuerung der Wärmepumpe misst primär nur den direkten thermodynamischen Prozess am Kompressor/Wärmetauscher während des aktiven Betriebs. Daraus wird die Effizient in der App ermittelt-
  • Der externe Stromzähler: Erfasst aber natürlich das Gesamtsystem 24/7 – inklusive Standby-Verbrauch der Steuerungselektronik, der Umwälzpumpen, der Warmwasser-Zirkulationspumpe im Haus und so weiter.

Für eine realistische Kostenrechnung sollte immer der Gesamtverbrauch des Systems herangezogen werden und nicht der isolierte Wert der reinen Wärmeerzeugung. Eine Arbeitszahl von ~3,3 ist für den reinen Sommerbetrieb sehr solide, da Warmwasser auf hohe Zieltemperaturen (50 °C bis 65 °C) erhitzt werden muss. Das ist weniger effizient. Im gemischten Heizbetrieb im Winter sinken die benötigten Vorlauftemperaturen für die Beschickung der Heizkörper deutlich, was die Effizienz wieder steigert.

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Fazit: Lohnt sich die Wärmepumpe im Sommer?

Rund 32 Euro Gesamtkosten für dreieinhalb Monate Warmwasser zeigen eindrucksvoll, wie wirtschaftlich eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif und Photovoltaik arbeitet. Zusammen mit den wegfallenden Grundgebühren für Gas ist der Wechsel energetisch wie finanziell ein voller Erfolg.

Wie sich die Anlage im echten Winterbetrieb schlägt, erfahrt Ihr im kommenden Frühjahr in meinem ausführlichen Jahres-Fazit!

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