Klimazukunft gefährdet: Während einige Politiker von CDU/CSU die Förderung erneuerbarer Energien kürzen wollen, verschweigen sie die Milliardensummen an Subventionen, die seit Jahren in fossile Energien gepumpt werden. (Grafik generiert mit KI)
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Falsche Kürzungen bei Förderung gefährden Deutschlands Klimazukunft

Klimazukunft in Gefahr: Einspeisevergütung abschaffen, Förderung für Wärmepumpen mindestens halbieren. Die jüngsten Aussagen beispielsweise von CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und CSU-Chef Markus Söder, die Förderung für Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen drastisch zu kürzen oder ganz zu streichen, offenbaren ein fundamentales Missverständnis der deutschen Energiepolitik. Während sie Milliarden-Einsparungen bei zukunftsweisenden Technologien fordern, verschweigen sie systematisch die weitaus höheren Subventionen für klimaschädliche fossile Energieträger.

Die Dimension der Fehlsteuerung der Förderung wird sichtbar

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen verdeutlicht die Schieflage: Deutschland gibt laut Internationalem Währungsfonds (IWF) jährlich 70 Milliarden Euro für die Subventionierung fossiler Energien aus. Dem stehen im Jahr 2024 etwa 18,5 Milliarden Euro für die EEG-Förderung erneuerbarer Energien gegenüber. Selbst wenn man die Wärmepumpen-Förderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) von 16,7 Milliarden Euro hinzurechnet, ergibt sich eine Gesamtförderung erneuerbarer Technologien von 35,2 Milliarden Euro. regional-photovoltaik+3

Fazit: Deutschland subventioniert fossile Energien damit doppelt so stark wie erneuerbare Technologien.

Konkrete Beispiele staatlicher Verschwendung bei fossilen Energien

Die Subventionen für klimaschädliche Energieträger sind vielfältig und oft versteckt. Allein für die Braunkohle flossen 2022 noch 1,7 Milliarden Euro aus dem deutschen Staatshaushalt. Der größte Anteil von 817 Millionen Euro entstand durch Energiesteuervergünstigungen, weitere 233 Millionen Euro durch die Befreiung von Förderabgaben bei der Ausbeutung von Bodenschätzen. finanztip+1

Besonders absurd: Während Reiche und Söder bei zukunftsweisenden Technologien den Rotstift ansetzen wollen, erhöhte die Bundesregierung 2024 die fossilen Subventionen sogar noch weiter. Die Gasspeicherumlage wird nun aus Steuergeldern finanziert – eine zusätzliche Subvention von 3,6 Milliarden Euro für Erdgaskonzerne. Die schwimmenden LNG-Terminals kosten den Steuerzahler mindestens 7,3 Milliarden Euro. thermondo+1

Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.

Die historische Dimension der Schieflage bei der Förderung

Besonders deutlich wird die Dimension der Fehlsteuerung bei einem Blick auf die langfristige Entwicklung. Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft belegt: Zwischen 1970 und 2016 erhielten fossile Energieträger insgesamt 674 Milliarden Euro an Subventionen – Steinkohle 337 Milliarden, Atomkraft 237 Milliarden und Braunkohle 100 Milliarden Euro. Die erneuerbaren Energien wurden im gleichen Zeitraum mit 146 Milliarden Euro gefördert. bosch-homecomfort

Das Verhältnis dieser Fördersummen: 4,6 zu 1 zugunsten der fossilen Energien.

Reiche und Söders Argumentation entlarvt

Katherina Reiche argumentiert, neue kleine PV-Anlagen rechneten sich bereits am Markt und bedürften keiner Förderung mehr. Diese Darstellung ist jedoch irreführend. Die EEG-Vergütung kompensiert einen systemischen Konstruktionsfehler der Strombörse: Da Wind und Sonne kostenlos sind, senken sie durch das Merit-Order-Prinzip die Börsenstrompreise, wodurch gerade die klimafreundlichen Erzeuger weniger Geld für ihren Strom erhalten.diw+2

Markus Söders Forderung nach einer Halbierung der Wärmepumpen-Förderung mit der Begründung, diese führe zu höheren Preisen, verschweigt die eigentlichen Ursachen. Eine Studie der RWTH Aachen zeigt: Die höheren Kosten in Deutschland entstehen durch technisch aufwändigere Komponenten, strengere Lärmschutz- und Effizienzanforderungen sowie höhere bürokratische Hürden – nicht durch die Förderung selbst! presseportal.greenpeace

Wirtschaftliche Folgen der CDU/CSU-Pläne

Die geforderten Kürzungen hätten verheerende wirtschaftliche Folgen. Die Solarbranche beschäftigt bereits 98.600 Menschen, die Windenergie 124.600 Personen (onshore und offshore zusammen). Allein in Brandenburg könnte die Wind- und Solarbranche bis 2040 65.000 Arbeitsplätze schaffen bei einem prognostizierten Umsatz von über 13 Milliarden Euro.mainpost+1

Diese Zahlen verdeutlichen: Während CDU und CSU Milliardeninvestitionen in die Zukunft kürzen wollen, subventionieren sie weiterhin eine Vergangenheitstechnologie, die keine langfristigen Arbeitsplätze sichert.

Klimazukunft: Katastrophe vorprogrammiert?

Die Forderungen von Reiche und Söder gefährden direkt das Erreichen der deutschen Klimaziele. Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft warnt: Eine Verlangsamung des Erneuerbare-Energien-Ausbaus würde zu Mehremissionen von 32 bis 79 Millionen Tonnen CO₂ allein im Jahr 2030 führen. Das entspricht bis zu 18 Prozent der dann noch zulässigen Gesamtemissionen. taz

Die finanziellen Folgen einer Klimazielverfehlung sind dramatisch: Deutschland müsste 13 bis 34 Milliarden Euro an andere EU-Mitgliedstaaten zahlen, um Emissionsrechte zu kaufen und die Verfehlung der EU-Klimaschutzverordnung zu kompensieren. Die jährlichen Kosten des Klimawandels werden bis 2050 auf 20 bis 70 Milliarden Euro geschätzt. Aber hier springt mit Finanzminister Lars Klingbeil schon der nächste in die Bresche, der eine passende fatale Fehlentscheidung ankündigt: Er will die CO2-Emissionkosten einfach aus dem Klima-Transaktionfonds (KTF) bezahlen. Ein weitere Griff in die Klimakasse, denn schon Katherina Reiche will daraus die Gasspeicherumlage bezahlen. Damit würde zwei unterschiedliche Subventionen für die fossile Industrie aus dem KTF gestohlen. pv-magazine+2

Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.

Die Wahrheit über „teure“ erneuerbare Energien

Die Behauptung, erneuerbare Energien seien zu teuer, ist längst widerlegt. Die EEG-Kosten von 18,5 Milliarden Euro in 2024 sind keineswegs Rekordniveau – zwischen 2015 und 2020 lagen sie stets über 20 Milliarden Euro, mit einem Höchstwert von 28 Milliarden Euro in 2020. Gleichzeitig sind die Vergütungssätze kontinuierlich gesunken: Eine Kilowattstunde Solarstrom kostete im Jahr 2000 noch 50 Cent, heute können Großanlagen für 4 bis 6 Cent produzieren. schwaebisch-hall+1

Fazit: Förderpolitik ist ein gefährlicher Irrweg

Die Forderungen vor allem von Katherina Reiche und Markus Söder nach drastischen Kürzungen bei der Photovoltaik- und Wärmepumpen-Förderung sind ein energiepolitischer Irrweg, der Deutschland teuer zu stehen kommen wird. Während sie Milliarden-Einsparungen bei zukunftsweisenden Technologien propagieren, ignorieren sie die doppelt so hohen Subventionen für klimaschädliche fossile Energien.

Wer es mit Haushaltskonsolidierung ernst meint, muss bei den 70 Milliarden Euro jährlichen fossilen Subventionen ansetzen, nicht bei den 35 Milliarden Euro für die Energiewende. Wer Arbeitsplätze in den Zukunftsbranchen erhalten will, darf nicht die über 400.000 Jobs in der Erneuerbare-Energien-Branche gefährden. Und wer das Erreichen der Klimaziele nicht durch teure Strafzahlungen in Milliardenhöhe gefährden will, muss den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen, nicht bremsen.

Die CDU/CSU-Pläne sind nicht nur wirtschafts- und klimapolitisch verheerend – sie sind auch ein Angriff auf die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

Quellen

Hier ist die erweiterte Linkliste mit URLs zu den wichtigsten verwendeten Quellen:

Bei Bedarf können weitere Detailquellen ergänzt werden.

  1. https://www.bee-ev.de/themen/stellungnahmen-zu-gesetzen/eeg
  2. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudeenergiegesetz-2184942
  3. https://www.bmwk-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2016/04/Meldung/topthema.html
  4. https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/erfahrungsbericht-erneuerbare-energien-gesetz-windenergie-auf-see-gesetz.pdf?__blob=publicationFile&v=2
  5. https://www.bdew.de/media/original_images/2025/05/22/bdew_fortschrittsmonitor-2025.pdf
  6. https://stiftung-umweltenergierecht.de/veranstaltungen/veranstaltungen-2025/25-jahre-eeg/
  7. https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Dossier/erneuerbare-energien.html
  8. https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2025/07/20250711-bundesrat-beschliesst-gesetz-umsetzung-red-iii-schnellere-genehmigungsverfahren-erneuerbare-energien.html
  9. https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/20241129-erneuerbare-energien-in-zahlen-2023.pdf?__blob=publicationFile&v=12
  10. https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Meldung/2023/20230505-photovoltaik-strategie.html
  11. https://jobmonitor.de/analysen/kurzanalyse-windsolar
  12. https://www.windindustrie-in-deutschland.de/meldungen/wind-und-solarbranche-in-brandenburg-potential-fuer-ueber-65-000-arbeitsplaetze-bis-2040
  13. https://www.solarenergie.de/blog/arbeitsmarkt-solarindustrie-karrieremoeglichkeiten-und-jobperspektiven
  14. https://www.agora-energiewende.de/aktuelles/investieren-statt-kompensieren-wie-deutschland-seine-eu-klimaziele-effizient-erreichen-kann
  15. https://foes.de/publikationen/2025/2025-07-10_FOES_BUND_EE-Ausbau_Klimaziele_clean.pdf
  16. https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2024/07/04-kosten-des-klimawandels.html
  17. https://ag-energiebilanzen.de/presse/infografik/
  18. https://de.statista.com/infografik/28242/anteil-der-energietraeger-am-energieverbrauch-fuer-wohnen-in-deutschland/
  19. https://www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/grafiken/primaerenergieverbrauch-in-deutschland