Fossiler Irrweg der CDU führt nicht in die Zukunft
Wenn viele auf einem Irrweg unterwegs sind, bleibt der Irrweg dennoch ein Irrweg. Derzeit gibt es vor allem in der CDU viele Kräfte, die zum Marsch in die falsche Richtung blasen und das als Sicherung des Standorts Deutschland und der Zukunft verkaufen. Nachfolgend ein zusammenfassender Textauszug der Facebook-Seite von cleanthinking.de.
Boris Rhein sagte gegenüber Bild, kleine Ausnahmen vom EU-Verbot würden nicht ausreichen: „Wir brauchen eine industriepolitische Offensive zur Stärkung von zukunftsträchtigen Schlüsseltechnologien wie saubere Verbrenner, E-Fuels, Batteriezellen, Wasserstoff und laserbasierte Kernfusion.“
Manuel Hagel (37), CDU-Chef in Baden-Württemberg, sagte der Bild: „Wir müssen das Verbrenner-Aus der EU kippen. Es schadet der Innovation, schwächt unsere Industrie, gefährdet tausende Arbeitsplätze und verlagert Wertschöpfung in weit entfernte Teile der Welt.“ Baden-Württemberg müsse Autoland bleiben, dies gelte gerade auch für Zulieferer.
Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer ist ebenfalls im Bunde. Der CDU-Mann möchte unser ehrgezigstes Ziel kippen: Klimaneutralität 2045. „Wenn das Ziel 2045 nicht verändert wird, hat das Konsequenzen für alle Lebensbereiche. Dann sind Flexibilisierungen beim Bauen, der Landwirtschaft, dem Verkehr oder der Energie nicht möglich.“
Achja: Und Rainer Haseloff aus Sachsen-Anhalt findet das deutsche Klimaziel „völlig unrealistisch“, während Markus Söder aus Bayern auf die Wundertechnologie CCS setzt. „Damit könnten wir viel fürs Klima erreichen, würden aber nicht unsere gesamte Industrie kaputt machen.“ (Das ist nicht richtig…)
Gegenrede
Die Argumentation der CDU-Politiker gegen das Verbrenner-Aus und für einen utopischen Technologiemix inklusive Kernfusion, E-Fuels sowie einer Verzögertung Klimaziele wirkt wie eine Verbeugung vor der alten fossilen Industrie – ist aber aus klimapolitischer, industrieller und innovationsstrategischer Sicht nicht zukunftsfähig und sogar absolut fatal.ka-news+1
Das Verbrenner-Aus ist richtig und notwendig
Das EU-weite Ende für neue Verbrenner-Pkw ab 2035 ist kein Symbol-, sondern ein zentraler Hebel, um die Klimaziele zu erreichen. Der Verkehrssektor hinkt den nötigen CO₂-Einsparungen seit Jahrzehnten hinterher, weil der Übergang zu emissionsfreier Mobilität immer wieder verschleppt und blockiert wurde. Es ist ein Gebot der Glaubwürdigkeit, jetzt Planungssicherheit für Industrie, Investoren und Verbraucher zu schaffen, statt erneut auf eine Verlängerung fossiler Technologien zu setzen.adac+2
Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.Gebrauchte Fahrzeuge und Ersatzteile bleiben ohnehin zugelassen. Die Umstellung betrifft also nur künftige Modellgenerationen und ist daher rechtlich und praktisch ein fairer Wandel. Nur durch den klaren politischen Schritt entstehen die Anreize für Innovation, Markthochlauf und Investitionen in Ladeinfrastruktur oder neue Produktionslinien.noerr+2
Statt die alte und überholte Verbrenner-Technologie retten zu wollen, könnte die CDU sich stattdessen dafür einsetzen, das Deutschland im Bereich der Elektromobilität und anderer zukunftsfähiger Technologien wieder marktführend wird und zur Weltspitze aufschließt. Statt dessen überlässt man aber durch die aktuelle politische Fehlentwicklung endgültig alles anderen Ländern, allen voran China. Nebelkerzen wie „Kernfusion“ können über diese Fehlentscheidungen und die schädlichen Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und unser Klima nicht hinwegtäuschen.
Die Zukunft gehört erneuerbaren Energien
Investitionen in bestehende und bewährte erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Windkraft sind entscheidend, um die Energie- und Verkehrswende in kurzer Frist zu ermöglichen. Diese Technologien sind vollkommen ausgereift, unschlagbar günstig, in Masse verfügbar, kosteneffizient und bieten bereits heute einen Großteil der Lösungen für die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. Erneuerbare Energien werden die Strompreise deutlich senken, wovon auch unsere Industrie und Wirtschaft profitiert. Katherina Reiches Pläne zum Bau von immer mehr Gaskraftwerken bewirken das Gegenteil. Der Strom bleibt teuer und wird noch teurer. table+1
Ein konsequenter Ausbau schafft unabhängige Wertschöpfung und stabile Arbeitsplätze in einer heimischen und wachsenden Zukunftsbranche. Stattdessen weiter Forschungsgelder in weit entfernte Technologien wie laserbasierte Kernfusion zu lenken, bindet nur Ressourcen und verhindert kurzfristig wirksamen Klimaschutz. Das die CDU derzeit auf solche technologischen Luftschlösser setzt, dient zur Ablenkung und soll ein „wir machen ja was für’s Klima-Feigenblatt“ sein.adac+1
Kernfusion & CCS: Noch Jahrzehnte entfernt
Die Kernfusion, wie sie aktuell von der CDU inbrünstig beworben wird, ist – trotz jüngerer Fortschritte – weltweit noch kein einziges Mal am Stromnetz und wirtschaftlich nutzbar umgesetzt worden. Eine Marktreife vor 2050 ist unrealistisch, was für den notwendigen Umbau des Energiesystems viel zu spät ist. Diese Technologie ist zudem aberwitzig teuer, man investiert also Milliarden in eine ungewisse technologische Zukunft, von der man nicht einschätzen kann, ob und wann sie marktreif sein wird.ka-news+1
Auch die Hoffnung auf großflächige Abscheidung und Speicherung von CO₂ (CCS) ist wissenschaftlich ungesichert und eine gefährliche Verzögerungstaktik. Es wird auf Wundertechnologien gesetzt, um beim Kurswechsel nicht als Bremser aufzufallen. CCS ist so, als wenn man beim Putzen daheim den Dreck unter den Teppich kehrt. Der Dreck ist nicht mehr sichtbar, aber immer noch da! table
Klimaneutralität 2045 ist machbar und notwendig
Klimaneutralität 2045 ist kein extrem ehrgeiziges, sondern das unabdingbare Ziel, um die Pariser Klimaziele einzuhalten und Deutschland als Wirtschaftsstandort zukunftsfähig zu machen. Je länger diese Ziele hinausgezögert werden, desto teurer und einschneidender werden die notwendigen Maßnahmen später.
Und es ist in vielerlei Hinsicht machbar. Nehmen wir nur ein Thema: Elektromobilität. Als ich 2014 (!!!) in China Urlaub gemacht habe, waren in Shanghai tausende elektrische Roller unterwegs. Motorroller sah man nur vereinzelt, fast alle Chinesen düsten auf Elektrorollern durch die Gegend. Und auch viele Busse im ÖPNV fuhren elektrisch. Roller und Busse sahen damals noch abenteuerlich zusammen geschustert aus. ABER SIE FUHREN. Dier Chinesen machen einfach. Schauen wir heute an, wie viele marktreife Elektroautos aus China kommen.
Aber schauen wir auch auf die deutschen Autobauer. Die bauen ebenfalls absolut ausgereifte, marktreife Elektroautos. Ich fahr so eins und bin absolut happy und zufrieden. Ich kann in meiner Garage mit Solarüberschuss von meiner PV-Anlage auf dem Dach laden. Ladestationen gibt es mittlerweile massenhaft, die Behauptung, es gäbe nicht genug, ist eine glatte Lüge, reine, ideologische Propaganda. Würde die Politik diese Entwicklung fördern, könnten die deutschen Autobauer auf diesem Zukunftsmarkt mitspielen. Doch dieses mantraeske „das Verbrenner-Verbot muss weg“ aus den Reihen der CDU katapultiert die hiesige Autoindustrie dann endgültig ins Abseits. noerr+1
Fazit
Statt auf ein Weiter so mit dem Hinweis auf scheinbar „saubere Verbrenner“, E-Fuels und langfristig nicht verfügbare Zukunftstechnologien wie Kernfusion zu setzen, braucht es jetzt Investitionen und klare gesetzliche Signale. Signale für echte Klimaschutztechnologien wie Wind, Sonne, Speichersysteme, Netzausbau und batterieelektrische Mobilität. Wer heute noch das Verbrenner-Aus aufhebt, bremst Innovation und verschiebt notwendige Investitionen – zulasten der Gesellschaft, der Industrie und kommender Generationen.
Stattdessen sollte sich die aktuelle Regierung aktiv dafür einsetzen, die Elektromobilität zu fördern. Nicht nur durch Förderprogramme, was ja zum Glück seitens der SPD einigermaßen brauchbar voran getrieben wird. Sondern vor allem auch ideologisch und argumentativ! Man stelle sich nur vor, der Bundeskanzler würde demonstrativ ein Elektroauto als Dienstwagen fahren. Eines von einem deutschen Hersteller. Die liefern ja auch im Luxuslimousinen-Dienstwagen-Segment absolut marktreife Fahrzeuge. adac+2
- https://www.handelsblatt.com/politik/international/autogipfel-so-koennte-das-verbrenner-aus-gelockert-werden/100159366.html
- https://ecomento.de/2025/09/30/merz-stellt-eu-verbot-infrage-kritik-von-spd-und-gruenen/
- https://www.adac.de/news/aus-fuer-verbrenner-ab-2035/
- https://www.focus.de/auto/leserdebatte-kritik-an-merz-und-subventionen-fuer-e-autos_5f01e502-6958-4459-a9f4-9fed7721a4bb.html
- https://www.ka-news.de/auto/streit-um-verbrenner-aus-eine-ausnahme-koennte-die-loesung-sein-112165240
- https://www.noerr.com/de/insights/das-verbrenner-verbot-nach-der-bundestagswahl-2025
- https://table.media/europe/analyse/verkehr-scharfe-kritik-an-vda-forderung-nach-stopp-fuer-das-verbrenner-aus
- https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/debatte-ueber-eu-gesetz-ein-ende-des-verbrennerverbots-wird-die-deutschen-autokonzerne-nicht-retten/100153669.html
- https://ecomento.de/2025/09/15/evp-chef-weber-verspricht-europaeern-aus-vom-verbrenner-aus/