E.ON-Chef Birnbaum im Reality-Check: Wenn Konzerninteressen die Energiewende torpedieren
Wenn der Chef eines Energiekonzerns, der 75 Prozent seines Gewinns aus regulierten Netzentgelten erwirtschaftet, sich zum Warner vor „teurer Planwirtschaft“ aufschwingt und die Energiewende als Verschwendung geißelt, lohnt ein genauer Blick hinter die Fassade. Leonhard Birnbaum, CEO von E.ON, nutzte im November 2025 ein Interview mit der Augsburger Allgemeinen und auch ein Interview mit Table Briefings für eine fundamentale Attacke auf die deutsche Energiepolitik. Seine Kernthesen: Deutschland baue „Erneuerbare, die ich nicht brauche, in ein Netz, das es nicht verträgt“, die Energiewende sei „teure Planwirtschaft“ und man habe „500 Milliarden zweimal verplant“. Doch was zunächst wie besorgte Industriekritik klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als geschickt verpackte Verteidigung eines…